Es ist - mal wieder - vollbracht! Pelle B. aus K. (wohnt inzwischen in K.) hat sich mal wieder offenbart und Serendipitys (die PHP-Software, auf der auch meine Präsenz beruht) mobile Plugin dahingehend erweitert, dass es nun hip eine eigene iPhone Ausgabe besitzt.
Das einzige, was ich als leichten Herzens bemängeln muss, ist das standardmäßige Debug Passwort
Der Kampf um die Hoheit über die mobile Information und Unterhaltung wird inzwischen also mit offenem Visier ausgetragen. Während sich andere noch mehr oder weniger vornehm zurückhält, haben die meisten großen Streiter den mehr oder weniger sportlichen Vergleich angetreten, so T-Mobile sehr offen: Nokia strebt mit Ovi die Unabhängigkeit von bestimmten Zugangsdienstleistern an, T-Mobile will genau das verhindern und mehr sein als eben ein solcher Provider.
Sicherlich wird auch Vodafone sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, nachdem sie so auf UMTS pochen und weitere Ressourcen in Vodafone Live! gebunden haben und weiterhin binden. Im Gegenteil: derzeit vernimmt die Branche eine Ansage, dass die Advokaten des britischen Konzerns von Weltformat ausschwärmen und die Benutzung des offenbar geschützten Namensteils 'live!' von anderen einzudämmen. - Wohl aber nur bei Unternehmen, mit denen sie sich anlegen können (MS Live Messenger z.B, wird wohl kaum angegangen).
In jedem Fall aber wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Schlagzahl in diem Kampf erhöht.
So hat neben Google und Microsoft (vgl. letzter Eintrag) nun auch AOL das Mobiltelefon als einen Pfeiler seiner Strategie auserkoren. Neben Android und Windows Mobile versuchen sich nun weitere Kleine und Große der IT-Branche ein Stück des - wenn schon gelegten, dann noch nicht ausgebrüteten - Eis des mobilen Kolumbus zu sichern.
So ist es nun an AOL sich zu positionieren und eine Art Framework anzukündigen, welches sich der ersten Beschreibung nach doch ein wenig wie Yahoos Widgetssyystem liest.
So ähneln sich die strategische Ziele der Platzhirsche, nicht jedoch die wahl der strategischen Mittel. Während 'be friendly' Google und AOL - natütlich ganz ohne Hintergedanken (?) - auf Open Source setzen, käme das Microsoft nicht in den Sinn. Im Gegenteil: ist der Ruf erst ruiniert, agiert es sich ganz ungeniert (...herrlich so ein Kalauer, gleich noch einer...) und nach dem Motto 'bist Du nicht willig, so brauche ich Gewalt', wird Yahoo klargemacht, dass Widerworte nicht gewünscht sind. So einfach macht es Yahoo den Redmonder aber nicht: da werden sogar die alten Pläne, mit AOL zu fusionieren wieder aufgewärmt. Das kann sich Microsoft allerdings kaum bieten lassen, ist doch Google an AOL beteiligt...
...es bleibt also spannend.
[Update 14.02.2008 // 8:45]
Warum Yahoo gerade wegen seiner mobilen Aktivitäten so ein lohnendes Ziel einer Übernahme ist, läßt sich ganz gut aus diesem Artikel erlesen, den Golem veröffentlicht hat. Die angesprochene API wird für das Widgetsframework entwickelt und bündelt quasi die sozialen Aktivitäten des Nutzers per Mail und in Netzwerken (siehe auch erster Satz dieses Blogeintrages).
nachdem niemand meine Reiseberichte lesen wollte, musste mich erst David (Dankeschön!) aus meiner Lethargie erwecken. Immerhin einer!
So bin ich nun wieder in der 'Bloggosphäre' angekommen und werde die Leserschaft mit den schon bekannten Themenwelten und meinen Kommentaren dazu belästigen. - Sehr ähnlich geht es wohl Microsoft, das sich - im Gegensatz zu mir - selbst aus der Starre befreit hat, welche Ihm die Dauerserie von Niederlagen gegen Google aufoktroyiert hat.
Aber was hat das mit 'mobilen Themen' zu tun, wird der geneigte Leser fragen - nun, da Yahoo gerade erst seine mobile 'Widgets' veröffentlicht hat und Microsoft auf der anderen Seite wohl etwas eingeschüchtert von Anroid & Co ist, passt es doch ganz hervorragend zusammen:
Microsoft macht es wie schon bei diversen Gelegenheiten zuvor: den Markt von hinten aufrollen.
Das mobile Internet wird von Apple und wohl in Zukunft verstärkt von Goolge im Sturm erobert
Microsoft hat erkannt, dass es um die Hoheit auf den Enderäten geht (siehe Google Präsenz in Firefox)
Aber Google hat dem antizipatorisch vorgebaut und schon vorher Yahoo mit Ihrer 'be friendly'-Charmoffensive bearbeitet, sodass Yahoo sich in diesen Scharmützeln selbst lieber auf Seiten Google sieht.
Da wollte ich mich nun auch nicht lumpen lassen und gebe meinen Sermon ab. Jetzt brauchen sich nur noch ein-zwei weitere Leser zu outen und ich schreibe auch mal was zu Südafrika, weil ich dann weiß, dass es tatsächlich Leute gibt, die das hier lesen
Wenn zwei das gleiche machen, ist das noch lange nicht das selbe. So restriktiv Apple mit den Netzbetreibern und nicht zuletzt den Kunden umspringt, so frei ist der Ansatz, den sich das OpenMoko-Projekt auf die Fahnen geschrieben hat. Aber der Reihe nach: im Grunde ist die Ähnlichkeit der Featureliste und der heutigen Smartphones bei allen Wettbewerbern recht ähnlich. Allerdings gibt es einen Punkt, bei dem sich noch so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal entdecken lässt: der Freiheitsgrad, mit dem sich die Softwareausstattung beeinflussen lässt.
Doch nicht nur die Software, sondern auch die Hardware des benannten Projekts wird vollkommen offengelegt. Mehr dazu hat dankenswerter Weise heise.de zusammengetragen.
Klappern gehört zum Handwerk und wenn einer klappern kann, dann ist das Apple mit seinem (Hand-)Werk iPhone. Nicht nur, dass ganz tief in die Trickkiste gegriffen wird, nein, die ersten Werbevideos lassen den Technikästheten mit der Zunge schnalzen, wenn auch hinlänglich bekannt ist, dass die Technikführerschaft* offenbar gar nicht angestrebt wird:
Wenn man sich das/die Videos so ansieht, fällt dem mobile Internet affinen Betrachter verstärkt die Bedienung des Geräts ins Auge: es wird mit den Fingern ohne Stift gearbeitet.
Das bringt mich auf den Trichter, dass das Bedien- und Navigationskonzept von mobilen Internetseiten, die vom iPhone angezeigt werden, auch in dieser Richtung angepasst werden sollte: als Nutzer eines Windows mobile basierten PDA-Telefons mit Touchscreen und UMTS (im Gegensatz zum iPhone) möchte auch ich mit den Fingern die mobile Webapplikation nutzen, statt den Stift zu bemühen! Dazu muss man sich allerdings zunächst auf den beschwerlichen Weg der Erkenntnis begeben, dass mobile Seiten nicht einfach eine simple Transformation von Standardinhalten sein kann, sondern eine sinnvolle Reduktion der Inhalte und Optionen auf die mobilenNutzungssituation sein muss.
[Update 05.06.2007]
Und schon reagiert HTC, der Hersteller einer Großzahl von Windows Mobile Geräten, mit einem Gerät, das explizit ohne Stylus bedient werden kann.
Pelle Boese hat quasi en passant ein PlugIn für Serendipity (der Blog-Software, die ich verwende) geschaffen, welches die mobile Ausgabe ermöglicht. Da ich als Kollege von Pelle in den Genuß komme, Beta-Tester zu sein, ist mein virtueller Opus nun auch mobil verfügbar!
Wie es sich gehört, ist die Domain brauckes.com auch mobil gültig. So braucht sich keiner irgendwas mit Subdomains oder unterschiedlichen TLDs zu merken.
Pelle hat aber nicht nur eine stumpfe xHTML MP Ausgabe geschaffen, sondern eine dynamische Generierung von Seiten abhängig von anfragenden UserAgents, inklusive der Anpassung von Bildern. Das Ganze basiert auf einer angepassten und gecachten WURFL XML-Quelle.
Es würde mich sehr freuen, wenn geneigte Leser sich das Ergebnis mal auf ihrem Gerät ansehen könnten!
[Update 04.06.2007]
Pelle arbeitet mit Hochdruck an der Erweiterung des Plugins. Derzeit sind schon folgende Features implementiert:
Ausgabe von validem XHTML MP 1.0
Bilder können entfernt werden, ODER
Auf eine feste Breite skaliert werden, ODER
Anhand einer optimierten Version des WURFL optimal an die Display-Breite des Gerätes angepasst werden
Mobile Endgeräte können auf einen anderen Host umgeleitet werden
Man kann einen Host angeben, auf dem immer die mobile Version ausgegeben wird
Ungewünschte HTML-Elemente können automatisch aus dem DOM entfernt werden
Ungewünschte HTML-Attribute können automatisch entfernt werden
Ausgabe einer Navigation mit Accesskeys inklusive der Kategorien
In Zukunft werden Links von bekannten Seiten, die eine mobile Ausgabe haben, umgeschrieben, sodass direkt auf die mobile Version von z.B. Wikipedia verlinkt wird.
Auch bei der 'Mobilmachung' des Internets, also der Exploration der virtuellen Wunderwelten mit mobilen Endgeräten, stellt sich allen Gedankenspielen früher oder später die Henne-Ei-Problematik in den Weg:
Nachdem sich die Kostenhürde, die den alltäglichen mobilen Internetzugriff zuverlässig behindert hatte, stetig kleiner darstellt, stehen die Nutzer vor der Frage was Sie eigentlich so anstellen sollen mit den Möglichkeiten Ihrer Mobiltelefone, PDAs usw.. Welche Inhalte können den Otto-Normalsurfer dazu bringen, sich mit einem kleinen Display und mit eingeschränkten Möglichkeiten durchs Netz zu bewegen? — Google hat darauf natürlich schon eine Antwort (wen wunderts, wenn es das Ziel eines Unternehmens ist, das Wissen der Welt zu ordnen?!): sie haben die Dienste und werden nun möglicherweise gleich Mobilfunkanbieter, um die Kunden heranzuführen an Googles mobile Wundertüte.
Genau anders herum lautet der Ansatz von denjenigen, die den Inhalt bereitstellen: 'Wir machen einfach so interessante, nützliche oder attraktive Dienste in großer Anzahl mobil, dass die Nutzer quasi nicht anders können, als das Internet auch mobil zu nutzen'. Vor diesem Hintergrund sprießen die Generatoren für mobile Seiten aus dem Boden...
Damit haben wir schonmal die große Anzahl, möglicherweise sogar den Nutzen — das neue Buzz-Word des 'Web 2.0' mit 'User-Generated-Content'* lässt grüßen. Attraktive Dienste bedürfen einer ausgefeilteren Methode, um auch wirklich auf die Möglichkeiten jedes einzelnen mobilen Endgeräts eingehen zu können. Hier werden auf absehbare Zeit (was heißt das im Netzzeitalter eigentlich?!) Speziallösungen wie die von meinem Arbeitgeber Sevenval und anderen gebraucht. Am Ende jedoch steht das Ziel, alle Dienste unabhängig vom Endgerät zu nutzen.
Henne und Ei rücken also zusammen: die Nachfrage wird gefördert und die Inhalte werden breiter. Andererseits werden die Fähigkeiten der Geräte hinsichtlich der Gestaltungsmöglichkeiten reziprok zu den Gebühren für mobilen Surfgenuß größer.
*An dieser Stelle sollten die ersten Teilnehmer einer Bullshit-Bingo-Runde schon gewonnen haben.
Wie die Spatzen in ihrem Pfeifen von diversen Dächern verlautbaren lassen, wird Apples iPhone in Europa wohl exklusiv von T-Mobile vertrieben werden. Da stellt sich dem geneigten Leser doch die Frage, wie sich das mit der derzeitig nicht, bzw. kaum vorhandene Marktteilnahme T-Mobiles in so wichtigen Märkten, wie Italien, Frankreich und Spanien vereinbaren läßt.
Man sollte annehmen, dass Vodafone der Partner der Wahl sein würde. Allerdings drängt Vodafone mit aller Macht darauf, dass die Endgeräte, die ihren Kunden angeboten werden einerseits UMTS bieten und andererseits ausreichend gebrandet werden können; wobei sich 'ausreichend' darauf bezieht, dass die ganzen schönen (?) Vodafone Dienste eben per UMTS abrufen lassen. Als Beispiel sei hier Vodafones Navigationslösung genannt, die erstens jährlich kostet und zweitens einen riesigen Traffic mit den damit verbundenen astronomischen Kosten bei Vodafone erzeugt. — Irgendwie sollen sich die Kosten für den Netzaufbau ja amortisieren.
Diese Strategie geht soweit, dass RIM, der Hersteller von elektronischen Fußfesseln (vulgo: BlackBerries) — der Meinung des Verfassers nach —Vodafone zu liebe ein eigenes Modell (BB 8707v) herausgebracht hat, welches im Gegensatz zu allen BlackBerries UMTS bietet.
Apple und auch RIM hingegen legen deswegen so wenig Wert auf UMTS, weil es dieser Standard in der sehr heterogenen nordamerikanischen Mobilfunklandschaft noch nicht zu einer nennenswerten Verbreitung gebracht hat; so berichtete mir ein im Silicon Valley tätiger Freund, dass einige Nerds, die sich Nokias eierlegende Wollmilchsau N95 importiert haben, einer bösen Überraschung aufgesessen sind: viele schöne Schmankerl dieses Wundergeräts funktionieren aufgrund fehlender Anbindung nur unzureichend. Und das im Technikmekka schlechthin...
...andererseits hat Apple gezeigt, dass nicht unbedingt die Technologieführerschaft nötig ist, um ein Produkt zu lancieren, dass sich einen eigenen Markt schafft.*) — Auch ohne 3G wird sich das iPhone exzellent verkaufen, fragt sich nur auf welchen Wegen dies in I, E und F geschehen soll.
*) Apropos: Versucht Vodafone nicht das Gleiche hinsichtlich UMTS, also einen Markt zu schaffen?! Offenbar sind diese Märkte in Konkurrenz zueinander: Apple ist cool und UMTS wohl eher nicht.
Auf meinem neuen Geschäftsmobiltelefon (welch ein Wort!) ist Google Mobile als Startseite im Browser voreingestellt. Als ich dieser Tage dann mal die Internetfunktionen des neuen Spielzeugs für den Business Kasper von heute antesten wollte, fiel mir auf, dass ich mich mit meinem Google-Account einloggen konnte, um die Dienste des Informationsmolochs aus Mountain View personalisiert in Anspruch zu nehmen.
Wie man hier nachlesen kann, haben die Jungs aus der Mobile Abteilung inzwischen neben Google Mail nun auch die personalisierte Startseite für mobile Endgeräte verfügbar gemacht. Die eigentliche Überaschung aber ist, dass die auf der personalisierten Startseiten befindlichen Newsportale gleich mit mobilisiert wurden. So läßt sich beispielsweise Spiegel oder FAZ unterwegs lesen, ohne dass die Portale da einen Einfluss darauf haben.
Das hat nun zwei Implikationen:
• Die speziell von den Portalbetreibern oder deren Dienstleistern erstellten Mobilausgaben ihrer Sites werden umgangen
• Die auf diesen mobilen Seiten geschalteten Werbemittel werden nicht angezeigt
Das wird nun weder den Dienstleistern, noch den Portalbetreibern schmecken, da damit die Geschäftsmodelle für mobile Portale und damit deren Finanzierung ad absurdum geführt werden. Allerdings kann man Google auch nicht ausschliessen, da man ja sonst nicht mehr im Suchindex auftaucht...