Auch diese Woche hat mich die Bahn nicht enttäuscht! Am Donnerstag sollte Onkel Brauckes zum Flughafen Konni-Adenauer/Kölle-Bonn, doch vorher wartete eine harte Prüfung: Bahnhof Köln Messe/Deutz, der Ort, an den sich kein Bahnbediensteter verirrt. Karge Betonarchitektur á la U-Boot-Bunker, Durchsagen nur vom Computer, die die ohnehin vorhandene Stimmung von verlassenen Orten im amerikanischen Westen Mitte des 19. Jahrhunderts anheizen: "Achtung! Sicherheitshinweis!!! Bitte lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt!" Immer wieder wird der zuständige Rechenknecht nicht müde, einem dieses Gefühl der Unsicherheit einzuflößen.
In dieser Mischung aus "Das Boot" und "Spiel mir das Lied vom Tod" stand ich nun und harrte dem Regionalexpress gen Fluhafen, ist ja nicht weit, die nächste Station. 8:35 sollte es losgehen, 9:45 geht der Flieger nach Berlin. um 8:35 dann die unsägliche, weil coumputerisierte, Durchsage, dass der Zug fünf Minuten Verspätung hat. - Hmm, immer noch kein Problem für den Zeitplan. - Doch dann um 9:40 der nächste Schlag: der Zug hat zehn Miuten Verspätung. - Mist, jetzt wirds knapp! - Dann war von Madame Computer zu diesem Zug nichts mehr zu hören, bis der Zug kam - 25 Minuten später! Einen Sprint durch den Flughafen später dann war alles wieder gut, der Flieger hatte 1:15 Verspätung...
...doch halt! So einfach entkommt man diesem mystischen Ort nicht. Schon einen Tag später wartete Deutz geduldig auf den zweiten Akt. Die Bahn streikt! Also habe ich mir für die geplante Fahrt nach Marburg am Freitag mit Umstieg in Deutz etwas mehr zeitliches Polster eingeräumt. Auf dem Bahnsteig angekommen war Brauckes schon um einigen Verdruß reicher: Es war Kegelclub-Tag bei der Bahn: Prosecco-süchtige Schlachtschiffe mit mindestens drei Haarfarben (z.B. rot, lila, gelb(!)) und "lustigen" T-Shirts wälzten sich die langen Treppen des ach so geliebten Bahnhofs im Kölner Osten unter angsteinflößender Geräuschkulisse hinauf.
Heute hatte sich die Bahn zur Feier des Tages ein besonderes Spielchen zurechtgelegt: Am Bahnsteig stand ein falscher Zug und zeigte keine Regung, da mal wegzufahren. In unverständlichster Art und Weise wurden nun diejenigen, die gut zuhörten, auf Gleis 1 geschickt. Dort angekommen sahen wir dann - nach dem Hinweis, dass unser Zug 15 Minuten Verspätung haben soll - auf dem fünften Gleis (wir kamen vom gleichen Bahnsteig) unseren Zug einfahren. Nach dem erfolgreichen Sprint tröstete mich der Anblick eines Kegelclubs, der immer noch mit dem Rücken zum Zug, Front nach Gleis 4, am Bahnsteig saß und auf die Abfahrt des falschen Zugs wartete.
Das Ergebnis des Tages in Marburg kann man links abgebildet sehen. Während ich zusammen mit meinem Kater unter
der Dusche stand und über die Bahn und diesen Blogeintrag nachdachte und mich gleichermaßen über Brille und Bahn ärgerte, mich quasi in Rage formulierte, traf es mich dann wie der Schlag: Unvermittelt fiel mir der Duschkopf auf den Selbigen! Dieser Umstand holte mich weniger schmerzhaft als überraschend in die Gegenwart zurück. Ich hatte ja noch die Rückfahrt mit der Bahn vor mir...